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manfred herok©phil-splitter 2007-10

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Vorlesungen über die Ästhetik
(1835-1838)

3. Das menschliche Individuum

Diese Anerkennung der Nichtigkeit der Dinge und das Erheben und Loben Gottes ist es, worin auf dieser Stufe das menschliche Individuum seine eigene Ehre, seinen Trost und seine Befriedigung sucht.

a) In dieser Beziehung liefern uns die Psalmen klassische Beispiele der echten Erhabenheit, allen Zeiten als ein Muster hingestellt, in welchem das, was der Mensch in seiner religiösen Vorstellung von Gott vor sich hat, glänzend mit kräftigster Erhebung der Seele ausgedrückt ist. Nichts in der Welt darf auf Selbständigkeit Anspruch machen, denn alles ist und besteht nur durch Gottes Macht und ist nur da, um zum Preise dieser Macht zu dienen sowie zum Aussprechen der eigenen substanzlosen Nichtigkeit.
Wenn wir daher in der Phantasie der Substantialität und ihrem Pantheismus eine unendliche Ausweitung fanden, so haben wir hier die Kraft der Erhebung des Gemüts zu bewundern,
die alles fallenläßt, um die alleinige Macht Gottes zu verkündigen.
Besonders ist in dieser Rücksicht der 104. Psalm von großartiger Gewalt. "Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich" usf. - Licht, Himmel, Wolken, die Fittiche des Windes hier nichts an und für sich, sondern nur ein äußeres Gewand, ein Wagen oder Bote zu Gottes Dienst. Weiter dann wird Gottes Weisheit gepriesen, die alles geordnet hat: die Brunnen, die in den Gründen quellen, die Wasser, die zwischen den Bergen hinfließen, an denen die Vögel des Himmels sitzen und singen unter den Zweigen; das Gras, der Wein, der des Menschen Herz erfreut, und die Zedern Libanons, die der Herr gepflanzt hat; das Meer, darinnen es wimmelt ohne Zahl und Walfische sind, die der Herr gemacht hat,
daß sie drinnen scherzen. - Und was Gott erschaffen hat, erhält er auch, aber - "Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie, du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub." Die Nichtigkeit des Menschen spricht ausdrücklicher der 90. Psalm, ein Gebet Mose, des Mannes Gottes, aus, wenn es z. B. heißt: "Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird ... und des Abends abgehauen wird und verdorrt. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen."

b) Mit der Erhabenheit ist deshalb von seiten des Menschen zugleich das Gefühl der eigenen Endlichkeit und des unübersteiglichen Abstandes von Gott verbunden.

α) Die Vorstellung der Unsterblichkeit kommt daher ursprünglich in dieser Sphäre nicht vor, denn diese Vorstellung enthält die Voraussetzung, daß das individuelle Selbst, die Seele, der menschliche Geist ein Anundfürsichseiendes sei. In der Erhabenheit wird nur der Eine als unvergänglich und ihm gegenüber alles andere als entstehend und vorübergehend, nicht aber als frei und unendlich in sich angesehen. 

β) Dadurch faßt der Mensch sich ferner in seiner Unwürdigkeit gegen Gott, seine Erhebung geschieht in der Furcht des Herrn, in dem Erzittern vor seinem Zorn, und auf durchdringende, ergreifende Weise finden wir den Schmerz über die Nichtigkeit und in der Klage, dem Leiden, dem Jammer aus der Tiefe der Brust das Schreien der Seele zu Gott geschildert.

γ) Hält sich dagegen das Individuum in seiner Endlichkeit gegen Gott fest, so wird diese gewollte und beabsichtigte Endlichkeit das Böse, das als Übel und Sünde nur dem Natürlichen und Menschlichen angehört, in der einen, in sich unterschiedslosen Substanz aber ebensowenig als der Schmerz und das Negative überhaupt irgendeine Stätte finden kann.

c) Drittens jedoch gewinnt innerhalb dieser Nichtigkeit der Mensch dennoch eine freiere und selbständigere Stellung. Denn auf der einen Seite entsteht bei der substantiellen Ruhe und Festigkeit Gottes in betreff auf seinen Willen und die Gebote desselben für den Menschen das Gesetz, andererseits liegt in der Erhebung zugleich die vollständige, klare Unterscheidung des Menschlichen und Göttlichen, des Endlichen und Absoluten, und damit ist das Urteil über Gutes und Böses und die Entscheidung für das eine oder andere in das Subjekt selbst verlegt.
Das Verhältnis zum Absoluten und die Angemessenheit oder Unangemessenheit des Menschen zu demselben hat daher auch eine Seite, welche dem Individuum und seinem eigenen Verhalten und Tun zukommt. Zugleich findet es dadurch in seinem Rechttun und der Befolgung des Gesetzes eine
affirmative Beziehung auf Gott und hat überhaupt den äußeren positiven oder negativen Zustand seines Daseins - Wohlergehen, Genuß, Befriedigung oder Schmerz,
Unglück, Druck - mit seinem inneren Gehorsam oder seiner Widerspenstigkeit gegen das Gesetz in Zusammenhang zu bringen und als Wohltat und Belohnung sowie als Prüfung und Strafe hinzunehmen.

 

Drittes Kapitel: Die bewußte Symbolik der vergleichenden Kunstform

Was durch die Erhabenheit, im Unterschiede des eigentlichen bewußtlosen Symbolisierens, hervorgetreten ist, besteht einerseits in dem Trennen der für sich ihrer Innerlichkeit nach gewußten Bedeutung und der davon abgeschiedenen konkreten Erscheinung, andererseits in dem direkter oder indirekter hervorgehobenen Sichnichtentsprechen beider, in welchem die Bedeutung als das Allgemeine die einzelne Wirklichkeit und deren Besonderheit überragt.
In der Phantasie des Pantheismus aber wie in der Erhabenheit konnte der eigentliche Inhalt,
die eine allgemeine Substanz aller Dinge, nicht für sich ohne Beziehung auf das - wenn auch seinem Wesen nicht adäquate - erschaffene Dasein zur Anschauung kommen. Diese Beziehung jedoch gehörte der Substanz selber an, welche an der Negativität ihrer Akzidenzien sich den Erweis ihrer Weisheit, Güte, Macht und Gerechtigkeit gab. Deshalb ist im allgemeinen wenigstens auch hier das Verhältnis von Bedeutung und Gestalt noch
wesentlicher und notwendiger Art, und die beiden verknüpften Seiten sind noch einander nicht im eigentlichen Sinne des Worts äußerlich geworden.
Diese Äußerlichkeit aber, da sie
an sich im Symbolischen vorhanden ist, muß auch gesetzt werden und tritt in den Formen hervor, welche wir in dem letzten Kapitel der symbolischen Kunst zu betrachten haben. Wir können sie die bewußte Symbolik und näher die vergleichende Kunstform nennen.

Unter der bewußten Symbolik nämlich ist zu verstehen, daß die Bedeutung nicht nur für sich gewußt, sondern ausdrücklich von der äußerlichen Weise, in welcher sie dargestellt wird, unterschieden gesetzt ist. Die Bedeutung, so für sich ausgesprochen, erscheint dann - wie in der Erhabenheit - nicht wesentlich in und als die der Gestalt, welche ihr auf solche Weise gegeben wird. Die Beziehung beider aufeinander bleibt aber nicht mehr, wie auf der vorigen Stufe, ein in der Bedeutung selber schlechthin begründetes Beziehen, sondern wird ein mehr oder weniger zufälliges Zusammenbringen, welches der Subjektivität des Poeten, dem Vertiefen seines Geistes in ein äußerliches Dasein, seinem Witze, seiner Erfindung überhaupt angehört, wobei er denn bald mehr von einer sinnlichen Erscheinung ausgehen und ihr aus sich eine verwandte geistige Bedeutung einbilden, bald seinen Ausgangspunkt mehr von der wirklich oder auch nur relativ inneren Vorstellung nehmen kann, um dieselbe zu verbildlichen oder selbst nur ein Bild mit einem anderen, das gleiche Bestimmungen in sich faßt, in Beziehung zu setzen.

Von der noch naiven und bewußtlosen Symbolik unterscheidet sich deshalb diese Art der Verknüpfung sogleich dadurch, daß jetzt das Subjekt sowohl das innere Wesen seiner zum Inhalt genommenen Bedeutungen als auch die Natur der äußeren Erscheinungen kennt, welche es vergleichungsweise zur näheren Veranschaulichung benutzt und beide in dieser bewußten Absicht der aufgefundenen Ähnlichkeit wegen zueinanderstellt.
Der Unterschied aber zwischen der jetzigen Stufe und der
Erhabenheit ist darin zu suchen, daß einerseits zwar die Trennung und das Nebeneinandertreten der Bedeutung und ihrer konkreten Gestalt in dem Kunstwerke selbst in geringerem oder höherem Grade ausdrücklich herausgehoben wird, andererseits jedoch das erhabene Verhältnis vollständig fortfällt.
Denn als Inhalt ist nicht mehr das Absolute selbst, sondern irgendeine bestimmte und beschränkte Bedeutung genommen, und innerhalb der beabsichtigten Scheidung derselben von ihrer Verbildlichung stellt sich ein Verhältnis her, das durch ein bewußtes Vergleichen dasselbe tut, was die unbewußte Symbolik in ihrer Weise bezweckte.

Zum Inhalt aber kann als Bedeutung nicht mehr das Absolute, der eine Herr,
aufgefaßt werden, weil schon durch das Sondern von konkretem Dasein und Begriff und durch das wenn auch nur vergleichende
Nebeneinandergestelltsein beider für das Kunstbewußtsein, insofern es diese Form als letzte und eigentliche ergreift, sogleich die Endlichkeit gesetzt ist.
In der heiligen Poesie dagegen ist Gott das allein Bedeutende in allen Dingen, die ihm gegenüber sich als vergänglich und nichtig erweisen. Soll nun aber die Bedeutung an dem,
was an sich selbst
beschränkt und endlich ist, ihr ähnliches Bild und Gleichnis finden können, so muß sie selber um so mehr von beschränkter Art sein, als auf der Stufe, die uns jetzt beschäftigt, gerade das - freilich seinem Inhalt äußerliche und vom Dichter nur willkürlich auserwählte - Bild der Ähnlichkeiten wegen, die es mit dem Inhalte hat, als relativ gemäß angesehen wird. Von der Erhabenheit deshalb bleibt in der vergleichenden Kunstform nur der Zug übrig, daß jedes Bild, statt die Sache und Bedeutung selbst ihrer adäquaten Wirklichkeit nach darzustellen, nur ein Bild und Gleichnis derselben abgeben soll.

Dadurch bleibt diese Art des Symbolisierens als Grundtypus ganzer Kunstwerke eine untergeordnete Gattung. Denn die Gestalt besteht nur in der Beschreibung eines unmittelbaren sinnlichen Daseins oder Vorfalls, von welchem die Bedeutung ausdrücklich zu unterscheiden ist. Bei Kunstwerken aber, welche aus einem Stoff gebildet und in ihrer Gestaltung ein unentzweites Ganzes sind, kann solches Vergleichen sich nur etwa nebenher, wie es z. B. in echten Produkten der klassischen und romantischen Kunst der Fall ist, als Schmuck und Beiwerk geltend machen.

Wenn wir daher diese ganze Stufe als Vereinigung der beiden früheren ansehen, indem sie sowohl die Trennung von Bedeutung und äußerer Realität in sich faßt, welche der Erhabenheit zugrunde lag, als auch das Hinweisen einer konkreten Erscheinung auf eine verwandte allgemeine Bedeutung, wie wir es beim eigentlichen Symbol hervortreten sahen, so ist dennoch diese Vereinigung nicht etwa eine höhere Kunstform, sondern vielmehr eine zwar klare, aber verflachte Auffassung, welche, in ihrem Inhalt begrenzt und in ihrer Form mehr oder weniger prosaisch, sich ebensosehr aus der geheimnisvoll gärenden Tiefe des eigentlichen Symbols als von dem Gipfel der Erhabenheit herab in das gewöhnliche Bewußtsein hinein verläuft.

Was nun die bestimmtere Einteilung dieser Sphäre angeht, so findet zwar bei diesem vergleichenden Unterscheiden, welches die Bedeutung für sich voraussetzt und ihr gegenüber eine sinnliche oder bildliche Gestalt auf sie bezieht, durchgängig fast das Verhältnis statt, daß die Bedeutung als die Hauptsache und die Gestaltung als bloße Einkleidung und Äußerlichkeit genommen wird; zugleich aber tritt der weitere Unterschied ein, daß bald die eine, bald die andere von beiden Seiten zuerst hingestellt und somit von ihr ausgegangen wird. In dieser Weise steht entweder die Gestaltung als eine für sich äußere, unmittelbare, natürliche Begebenheit oder Erscheinung da, von der dann eine allgemeine Bedeutung aufgewiesen wird, oder die Bedeutung ist für sich sonst herbeigeführt, und es wird dann erst für sie irgendwoher äußerlich eine Gestaltung ausgewählt.

Wir können in dieser Beziehung zwei Hauptstufen unterscheiden.

A. In der ersten macht die konkrete Erscheinung, sei sie aus der Natur oder aus menschlichen Begebnissen, Vorfällen und Handlungen hergenommen, einerseits den Ausgangspunkt, andererseits das für die Darstellung Wichtige und Wesentliche aus. Sie wird zwar nur der allgemeineren Bedeutung wegen, die sie enthält und andeutet, ausgeführt und nur insoweit entfaltet, als es der Zweck, diese Bedeutung in einem damit verwandten einzelnen Zustande oder Vorfall zu veranschaulichen, erfordert; das Vergleichen aber der allgemeinen Bedeutung und des einzelnen Falls als subjektive Tätigkeit ist noch nicht ausdrücklich herausgestellt, und die ganze Darstellung will nicht ein bloßer Zierat an einem auch ohne diesen Schmuck selbständigen Werke sein, sondern tritt noch mit der Prätention auf, für sich schon ein Ganzes abzugeben. Die Arten, die hierher gehören, sind die Fabel, die Parabel, der Apolog, das Sprichwort und die Verwandlungen. 

B. Auf der zweiten Stufe dagegen ist die Bedeutung das erste, was vor dem Bewußtsein steht, und die konkrete Verbildlichung derselben das nur Danebenstehende und Beiherspielende, das für sich gar keine Selbständigkeit hat, sondern als der Bedeutung ganz unterworfen erscheint, so daß nun auch die gerade dieses und kein anderes Bild heraussuchende subjektive Willkür des Vergleichens näher zum Vorschein kommt. Diese Darstellungsweise kann es zum größten Teil nicht zu selbständigen Kunstwerken bringen und muß sich deshalb damit begnügen, ihre Formen als das bloß Nebensächliche anderweitigen Gebilden der Kunst einzuverleiben. Als Hauptarten lassen sich hierher das Rätsel, die Allegorie, die Metapher, das Bild und Gleichnis zählen.

C. Drittens endlich können wir anhangsweise noch des Lehrgedichts und der beschreibenden Poesie Erwähnung tun, da sich in diesen Dichtungsarten auf der einen Seite das bloße Herauskehren der allgemeinen Natur der Gegenstände, wie das Bewußtsein in seiner verständigen Klarheit dieselbe auffaßt, auf der anderen das Schildern ihrer konkreten Erscheinung für sich verselbständigt und somit die vollständige Trennung desjenigen ausgebildet wird, was erst in seiner Vereinung und echten Ineinsbildung wahrhafte Kunstwerke zustande kommen läßt.

Die Scheidung nun der beiden Momente des Kunstwerks führt es mit sich, daß die verschiedenen Formen, welche in diesem ganzen Kreise ihre Stellung finden, fast durchgängig nur der Kunst der Rede angehören, indem die Poesie allein solche Verselbständigung von Bedeutung und Gestalt aussprechen kann, während es die Aufgabe der bildenden Künste ist,
in der äußeren Gestalt als solcher deren Inneres kundzugeben.

 

A. Vergleichungen, welche vom Äußerlichen anfangen

Mit den verschiedenen Dichtungsarten, welche dieser ersten Stufe der vergleichenden Kunstform zuzuteilen sind, befindet man sich jedesmal in Verlegenheit und hat viel Mühe, wenn man sie in bestimmte Hauptgattungen einzurangieren unternimmt. Es sind untergeordnete Zwitterarten, welche keine schlechthin notwendige Seite der Kunst ausprägen. Im allgemeinen geht es damit im Ästhetischen wie mit gewissen Tierklassen oder sonstigen Naturvorkommenheiten in den Naturwissenschaften. In beiden Gebieten liegt die Schwierigkeit darin, daß es der Begriff der Natur und Kunst selber ist, der sich einteilt und seine Unterschiede setzt. Als die Unterschiede des Begriffs sind dies nun auch die wahrhaft begriffsmäßigen und deshalb zu begreifenden Unterschiede, in welche dergleichen Übergangsstufen nicht hineinpassen wollen, weil sie eben nur mangelhafte Formen sind, die aus der einen Hauptstufe heraustreten, ohne doch die folgende erreichen zu können. Die Schuld des Begriffs ist dies nicht, und wollte man, statt der Begriffsmomente der Sache selbst, solche Nebenarten zum Grunde der Einteilung und Klassifikation machen, so würde gerade das dem Begriff Unangemessene als die gemäße Entfaltungsweise desselben angesehen werden. Die wahre Einteilung aber darf nur aus dem wahren Begriff hervorgehen, und zwitterhafte Gebilde können nur da ihren Platz finden, wo die eigentlichen, für sich feststehenden Formen anfangen, sich aufzulösen und in andere überzugehen. Dies ist hier in betreff auf die symbolische Kunstform, unserem Gange gemäß, der Fall.

Der Vorkunst aber des Symbolischen gehören die angedeuteten Arten an, weil sie überhaupt unvollkommen und damit ein bloßes Suchen der wahren Kunst sind, das wohl die Ingredienzien zu der echten Weise des Gestaltens in sich hat, dieselben jedoch nur in ihrer Endlichkeit, Trennung und bloßen Beziehung auffaßt und deshalb untergeordnet bleibt. Wir haben daher, wenn wir hier von Fabel, Apolog, Parabel usf. reden, diese Arten nicht abzuhandeln, insofern sie der Poesie als eigentümlicher, ebensosehr von den bildenden Künsten als von der Musik unterschiedener Kunst angehören, sondern nur nach der Rücksicht, nach welcher sie zu den allgemeinen Formen der Kunst ein Verhältnis haben und ihr spezifischer Charakter sich nur aus diesem Verhältnis, nicht aber aus dem Begriff der eigentlichen Gattungen der Dichtkunst, als der epischen, lyrischen und dramatischen, erklären läßt.

Die nähere Gliederung nun dieser Arten wollen wir so machen, daß wir zuerst von der Fabel, sodann von der Parabel, dem Apolog und Sprichwort handeln und mit der Betrachtung der Metamorphosen schließen.

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